Münster Unserer Lieben Frau
Konstanz
Baugeschichte
Das Konstanzer Münster hat eine über 1200-jährige Geschichte als Bischofssitz. In der Vita des Hl. Gallus wird für das Jahr 615 eine Bischofskirche, die Marienkirche erwähnt, beurkundet als Bischofssitz erstmals 780. Der heutige Hauptbau ist eine dreischiffige romanische Säulenbasilika, die 1089 geweiht wurde.
Von herausragender kunsthistorischer Bedeutung ist die frühgotische Nachbildung des Zentralbaus der Grabeskirche in Jerusalem in Verkleinerung 1:2 im Innern der Mauritiuskapelle erbaut 940. Die romanische Kirche ist im Stil der Gotik durch den breiten Westturmblock mit Westportal (12.-15. Jahrhundert) und den Seitenkapellen (15. Jahrhundert) überformt.
Das Münster diente als Sitzungsstätte des Konstanzer Konzils 1414-1418. Seit der Aufhebung des Bistums 1821 wird das Münster als römisch-katholische Pfarrkirche genutzt. Das heutige Erscheinungsbild wird von der neugotischen Turmspitze, (Weihe 1853) geprägt. Die Basilica minor ist eine der größten romanischen Kirchen Südwestdeutschlandsund und prägt bis heute mit ihrem markanten Umriss das heutige Stadtbild.
Bauerhalt
Als Folge der Säkularisierung wurde 1803 auch das Fürstbistum Konstanz säkularisiert. Durch Erlass des Finanzministeriums 1888, übernahm der Badische Staat die gesamte Baupflicht des Konstanzer Münsters mit Ausnahme der Domschule, dem nordöstliche Kreuzgangflügel. Die Betreuung erfolgte zunächst durch die Badische Baubezirksinspektion, heute durch die Nachfolgeinstitution, das Amt Konstanz des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg durch die Münsterbaumeisterin Christine Horstmann.
Fotos: David Valinsky Photography